Liebe Leserinnen, liebe Leser,

In den letzten Monaten wurde unser Alltagsleben bestimmt von einem Schlagwort, Covid-19. Es ist klar, dass sich die Pandemie auch auf die Arbeit der Justiz ausgewirkt hat und weiter auswirken wird, und diese Ausgabe von «Justice – Justiz – Giustizia» wendet sich daher dem Thema «Covid-19 und Judikative» in einem kleinen Schwerpunkt zu. Ulrich Meyer, «Das Bundesgericht in der COVID-19-Krise», Marianne Ryter, «Das Bundesverwaltungsgericht im Ausnahmezustand», und Lukas Huber, «Herausforderung Corona in der Zürcher Zivil- und Strafrechtspflege», berichten darüber, wie ihre Gerichte mit den neuen Herausforderungen umgingen. Die Sicht von Schweizerischem Anwaltsverband und der Schweizerischen Vereinigung der Richterinnen und Richter auf die Auswirkungen von Covid-19 auf die Justiz geben Andrea Lenzin, in seinem Beitrag «Covid 19: Justiz im Notstand (?)» und Patrick Guidon in «Covid-19: Entwicklung und Einschätzung der Massnahmen im Justizbereich» wieder, die Situation in Österreich schildert Yvonne Summer in «COVID 19 und seine Folgen für die österreichische Justiz».

Eine wissenschaftliche Betrachtung verschiedener Covid-19 Massnahmen nehmen François Bohnet und Sandra Mariot im Beitrag «COVID-19 et oralité en procédure civile», Andreas Lienhard und Daniel Kettiger in ihrem Beitrag «Justiz in Krisenzeiten» sowie Françoise Bastons Bulletti in «Crise du Covid-19 et évolution des audiences en procédure civile» vor. Bereits lange vor Covid-19 geplant und durch die Pandemie nochmals viel aktueller geworden ist das 6. Weblaw Forum LegalTech mit dem Titel «Recht 4.0», über dessen der Judikative gewidmete Teil Ildiko Wissler im «Tagungsbericht 6. Weblaw Forum LegalTech ‹Recht 4.0›» informiert.

Die Probleme, welche Covid-19 – oder andere zukünftige Ereignisse dieser Art – verursachen, werden bestehen bleiben. «Justice – Justiz – Giustizia» wird sich daher auch weiter mit diesem Themenbereich beschäftigen und wir haben aus diesem Grunde einen «Call for Papers» verfasst, auf welchen wir Sie speziell hinweisen möchten.

Es gibt aber nicht nur das Thema Covid-19, das die Justiz beschäftigt, und diese Ausgabe enthält weitere spannende Beiträge zu anderen Themen. Marcel Alexander Niggli und Louis Frédéric Muskens befassen sich am Beispiel der Rechtfertigung von Hausfriedensbruch durch Notstand infolge Klimawandels mit «Recht und Moral: Auflösung der Kategorien» und setzen sich mit dem Urteil des Bezirksgerichts Lausanne vom 13. Januar 2020 auseinander. Fabienne Bretscher und Martina Steiner thematisieren den «Grundsatz der Justizöffentlichkeit im Zivilprozess» und mit der Qualitätssicherungsmassnahme «Kundenfeedback» im Justizbereich beschäftigt sich der Beitrag von Martijn van Gils und Philip Langbroek, «Mirror meetings in Courts in the Netherlands». Zwei Arbeiten aus dem «CAS Judikative» vervollständigen den bunten Strauss an Beiträgen; Pascal Baur geht in seinem Beitrag «Über den Zahlen» der Frage nach, inwiefern Zahlenwerte wie Erledigungszahlen und Angaben über Bearbeitungs- und Verfahrensdauer mit der richterlichen Unabhängigkeit vereinbar sind, und Virginie Sonney nimmt in «Le rôle du greffier dans le processus décisionnel» die Arbeit der Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber im Entscheidungsprozess in den Fokus.

Komplettiert wird auch diese Ausgabe von «Justice – Justiz – Giustizia» durch die Kolumne aus dem Vorstand der SVR-ASM, diesmal verfasst von André Jomini, und die neuesten Updates der «Bibliographie zum Richterrecht» sowie der «Medienberichterstattungen über weltweite Verfassungsgerichtsbarkeit, die Justiz betreffend».

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback an «richterzeitung@weblaw.ch»

Stephan Gass, Sonia Giamboni, Andreas Lienhard, Hans-Jakob Mosimann, Annie Rochat Pauchard, Thomas Stadelmann

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